Video zur Hausbesetzung

Ihr fragt euch, was Samstag im #Hafen66 passiert ist?! Wir haben ein großartiges Video von unserer Hausbesetzung für euch!

Heute beginnen die Verhandlungen mit der Stadt über die Umsetzung unserer Nutzungspläne. Von unserem Erfolg gestern motiviert bleiben unsere Forderungen ganz klar: Oben integratives Wohnprojekt, unten Räume für soziale Initiativen, die dem Viertel zu Gute kommen. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Leerstand zu Wohnraum!

Besetzung der Hafenstr. 66 beendet – Erfolg für die Aktivist*innen von WGDS

Mannheim. Am Samstagabend gegen 19.45 Uhr haben die Aktivist*innen von „Wem gehört die Stadt?“ (WGDS) das Haus in der Hafenstr. 66 im Stadtteil Jungbusch verlassen. Die Besetzung sei ein Erfolg für den Stadtteil und ihr Anliegen gewesen, sagten die Pressesprecher*innen des Bündnisses, Eva Schmitt und Christopher Lobin. „Wir haben das Haus für den Stadtteil geöffnet und den Nachmittag über mit verschiedenen Veranstaltungen gezeigt, wie eine zukünftige Nutzung des Hauses aussehen könnte. Wir haben die breite Aufmerksamkeit genutzt, um mit Vertreter*innen der Stadt in Verhandlungen zu treten und es ist uns gelungen, unsere Standpunkte deutlich zu machen.“, so Schmitt. Lobin ergänzt: „Gleich am Montag werden wir uns mit Entscheidungsträger*innen der Stadt treffen und über die zukünftige Nutzung des Gebäudes verhandeln. Unser Ziel bleibt ganz klar: Die Hafenstraße 66 muss zu bezahlbarem Wohnraum werden, ganz konkret im Rahmen eines Mietshäusersyndikats.“ In der Woche zuvor war öffentlich geworden, dass die Immobilie, die der Stadt gehört, in ein weiteres Gründer*innenzentrum umgewandelt werden sollte – eine Entwicklung, die die angespannte Wohnlage im Jungbusch weiter anheizen würde. „Für heute haben wir entschieden, das Haus zu verlassen.“ Teil der Einigung war es, das geplante Abendprogramm in angrenzende Kulturräume zu verlegen. „Für heute sind wir zufrieden.“, so die Pressevertretung von WGDS, „Die mediale Aufmerksamkeit und das rege Interesse der Anwohner*innen haben uns gezeigt, dass unser Anliegen legitim ist und auf breite Zustimmung trifft.“

#Hafen66

Pressekontakte: Christopher Lobin und Eva Schmitt
Telefonnummer: +49 178 1772218
E-Mail: wgds-mannheim@riseup.net
Facebook: https://www.facebook.com/wgdsmannheim/
Twitter: https://twitter.com/stadt_fuer_alle
Homepage: http://wgds-mannheim.de

Pressemitteilung Hausbesetzung in der Hafenstraße 66, Mannheim Jungbusch

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir als Kulturschaffende und Gewerbetreibende im Mannheimer Jungbusch sehen die jüngsten Entwicklungen mit Sorge. Der unverwechselbare Flair des Jungbusch lebt von Menschen mit Migrationshintergrund, Studierenden, Künstlerinnen und Künstlern und unangepassten Menschen. Diese Mischung mag Schwierigkeiten beinhalten, aber macht letzten Endes den Reiz unseres Viertels aus.

Dass ein französischer Immobilienfond über 20 Häuser im Jungbusch aufkauft, die Mieterinnen und Mieter mit Mieterhöhungen und schmutzigen Tricks aus den Wohnung vertreibt, bedroht die Sozialstruktur des Jungbuschs massiv. Insgesamt beobachten wir einen Prozess der Aufwertung unseres Stadtviertels, welcher keine Rücksicht auf die Interessen der alteingesessenen Mieterinnen und Mieter nimmt. Ohne diese Alteingesessenen verliert der Jungbusch jedoch seinen vielgepriesenen Charme als multikultureller, Stadtteil mit Ecken und Kanten. Wir möchten nicht in einem Stadtviertel der Reichen leben und arbeiten. Wir möchten einen bunten, vielseitigen Jungbusch für alle!

Die Konversionsflächen auf der ehemaligen Turley-Kaserne liefern mit den Projekten des Mietshäusersyndikats ein gutes Beispiel für die Schaffung von günstigem und sozialen Wohnraum jenseits von Spekulation und Vertreibung. Projekte nach diesem Modell würden dieser Entwicklung im Jungbusch entgegenwirken und somit soziale Vielfältigkeit und bezahlbaren Wohnraum langfristig garantieren.

Wir unterstützen die Forderungen des „Wem gehört die Stadt?“ Bündnis nach preisgünstigem Wohnraum im Jungbusch. Wir unterstützen die Hausbesetzung in der Hafenstraße 66 und das vorgeschlagene Nutzungskonzept nach dem Modell des Mietshäusersyndikats.

 

Kulturbrücken

Kombüse

Kardes Stehcafe

Kardes Döner

Cafe Batia

ASV

Erste Theke Tonträger

Zeitraumexit

Galerie Strümpfe

 

Einladung zum Offenen Stadtteiltreffen im August

 

Jungbusch Offenes Stadtteiltreffen

 

Ein aktiver Monat in der Auseinandersetzung um bezahlbaren Wohnraum im Jungbusch neigt sich dem Ende. Ganz herzlich wollen wir euch zum mittlerweile achten Offenen Stadtteiltreffen (OST) im Jungbusch einladen: Samstag, 5. August um 16:00 im ASV (Beilstraße 12, Hinterhaus)! Der wollen wir gemeinsam beraten, wie wir auch weiter gegen Mietwucher und Verdrängung vorgehen wollen. Bring your Friends!

„Wir erhöhen Ihre Miete! Wir kaufen Ihr Viertel auf! Wir mobben Sie aus der Wohnung!“

Wir sind gerade über diese Werbeplakate von Hildebrandt & Hees Immobilien GmbH gestolpert.

Die Werbetafeln der Skandal-Immobilienverwaltung wirken erfrischend ehrlich. Die Firma mit Sitz in der Goethestraße verwaltet mittlerweile mindestens 23 Immobilien im Mannheimer Jungbusch für die französische Großbank BNP Paribas. Kritiker*innen werfen dem Unternehmen vor, mit unfairen und teilweise illegalen Methoden Mieter*innen zu drangsalieren, um so frei werden Wohnungen zu sanieren und teurer neu zu vermieten.

In der Regel versucht Hildebrandt & Hees allerdings, nicht übermäßig durch solche Geschäftspraktiken aufzufallen. Die nunmehr aufgetauchten Werbeplakate werfen die Fragen auf: Hat die Immobilienfirma etwa ihre Kernkompetenzen erkannt und will sich nicht länger verstecken? Oder ist das ganze etwa ein Fake?

Laudatio auf Hildebrandt & Hees

Sehr geehrte Damen und Herren,
in der heutigen Gesellschaft setzen sich so viele Menschen gegen etwas ein. Das ist leicht. Viel schwerer ist es, für etwas zu kämpfen, wie die Verwaltungsgesellschaft Hildebrandt & Hees, die heute mit der „Goldenen Türklinke“ geehrt wird. Seit Jahren ist die Firma ein Vorreiter im Bereich Gentrifizierung und setzt sich mit viel Herzblut für Entmietung, für Verdrängung und für neue, bessere und höhere Mietpreise ein.
Dabei gehen Marcel Hauptenbuchner und sein Team nicht selten über ihre Grenzen hinaus und leisten in vielen Fällen mehr, als man von ihnen erwarten könnte. Sie könnten leicht einen einfachen 9-to-5-Job absolvieren, wie manch andere Verwaltungsgeselschaft: Anfragen bearbeiten, Häuser verwalten, mit MieterInnen und BesitzerInnen verhandeln und dem Großkunden BNP Paribas hin und wieder den aktuellen Stand ihrer Häuser durchgeben. Aber nein! Mit größter Energie, kreativen juristischen oder baumaßnahmlichen Aktionen und langem Atem engagieren sie sich für die Entmietung ganzer Viertel. Dieser Einsatz hat einen Preis mehr als verdient!
Nicht zuletzt zeigen sich die herausragenden Leistungen unseres Preisträgers in der Auswirkung auf die Immobilienpreise. Bei den Mieten (z.B. im Jungbusch oder in der Neckarstadt-Ost): eine Steigerung von 6 € auf 12 € pro Quadratmeter. Bei den Kaufpreisen: eine Steigerung von 300.000 € auf 1,5 Millionen € pro Haus (Applaus, Bravo, Hurra!) Und nicht nur das! Studien haben gezeigt, dass sich solche Erhöhungen auch drastisch auf den gesamten Mietspiegel der Stadt auswirken. Hildebrandt & Hees haben einfach das Wohl der gesamten Stadt im Auge!
Bescheiden wie er ist, wird Marcel Hauptenbuchner sagen, es sei nicht allein sein Verdienst, andere Akteure hätten hierzu auch beigetragen. Doch wir finden: Sie müssen sich nicht wirklich nicht verstecken! Stehen Sie selbstbewusst zu Ihren Leistungen! Das haben Sie sich wirklich verdient!
Doch der güldene Ruhm von Hildebrandt & Hees hat auch seine Schattenseiten: Immer wieder versuchen dreiste AnwohnerInnen, sich gegen die wohlgemeinten Kündigungen, Klagen und Anzeigen zu wehren! Statt sich darüber zu freuen, dass ihre Wohnungen gründlich und liebevoll saniert werden, freundliche HandwerkerInnen monatelang Überraschung und Abwechslung ins Haus bringen, und sie hinterher mit einer angemessenen Miete Teil des neuen hippen Jungbuschs sein können, formulieren sie Widersprüche und ziehen AnwältInnen hinzu. Das ist nicht fair!
Auch die penetrante Solidarität der AnwohnerInnen mit dem Kardes Kiosk, dem Cafe Batia oder der Strümpfe – The Supper-Artclub wird den Wohltätern von Hildebrandt & Hees nicht gerecht. Sollten die Gewerbetreibenden als 4-Sterne-Restaurant, Szenelokal oder Nobelboutique eine Wiedereröffnung planen, unterstützt Herr Hauptenbuchner sie gerne durch eine ansprechende und neu sanierte Immobilie.
Und wünschen wir uns nicht alle unser Viertel luxussaniert und hip? Stellen Sie sich vor: DoppelverdienerInnen flanieren durch den Jungbusch auf der Suche nach einem Vintageregal für die 4-Zimmer-Wohnung, eine trendy Band aus der Popakademieschmiede spielt den neusten Song von Max Giesinger und in der Pizzeria „Al cespuglio giovane“ gibt’s die Pizza Margherita für 13 €. Ist das nicht ein schöner Traum? ArbeiterInnen, Alleinerziehende, MigrantInnen und Arbeitslose, die heute im Jungbusch leben, erinnern uns doch nur an die Ungerechtigkeiten des kapitalistischen Systems! Wer will das schon? (Niemand!)
Hildebrandt & Hees macht unsere und Ihre Träume wahr. In unermüdlichem Eifer kämpfen Marcel Hauptenbuchner und sein Team für ein unbezahlbares Wohnen für uns alle.
Vielen Dank!

Veranstaltung:
„Die Goldene Türklinke“ für Hildebrandt & Hees Negativpreis für lokale Immobilienverwaltung

Mannheim.

Immer wieder ertönte am vergangenen Samstag lauter Beifall vor dem Nationaltheater Mannheim. Der Applaus galt einem Unternehmen, das mit Standing Ovations eher weniger vertraut ist: Der Immobilienverwaltung Hildebrandt & Hees. Vor einem etwa dreißigköpfigen Festpublikum verlieh ihr das zivilgesellschaftliche Komitee „Wem gehört die Stadt?“ die „Goldene Türklinke“, einen Negativpreis für erfolgreiche Verdrängung und Entmietung.

Bei Sekt und Häppchen gratulierten zahlreiche Vertreter*innen der Stadtgesellschaft dem Unternehmen und seinem Geschäftsführer Marcel Hauptenbuchner. So lobte etwa Bezirksbeirat Dennis Ulas (DIE LINKE. Mannheim) die herausragende Zusammenarbeit zwischen der Großbank BNP Paribas und der Immobilienverwaltung in dem Bestreben, überall dort, wo noch einfache Menschen lebten, „bald goldene Türklinken“ vorzufinden. Karlheinz Paskuda vom Mieterverein Mannheim führte hingegen die kreativen Klagen gegen unliebsame Mieter*innen als einen der zahlreichen Gründe für die Auszeichnung ins Feld.

In der Laudatio lobte Raul Rosenfelder vom auszeichnenden Komitee überdies die Auswirkungen der erhöhten Mieten auf den gesamten städtischen Mietspiegel sowie die Aufopferungsbereitschaft der Immobilienfirma, mit der sie sich für ihre hehren Ziele einsetze: Dort wo jetzt Arbeiter*innen, Alleinerziehende und Migrant*innen lebten, bald luxussanierte Wohnungen an Doppelverdiener*innen vermieten zu können. Zur festlichen Atmosphäre trugen auch Saxophonimprovisationen von Claude de la Rose von der Port Launay Jazz Band bei.

Trotz förmlicher Einladung konnte oder wollte der Preisträger, Herr Marcel Hauptenbuchner, nicht an der Preisverleihung teilnehmen. Auch eine Vertretung wurde nicht geschickt, sodass der schmuckvolle Pokal sich auch weiterhin in der Obhut des Komitees „WGDS – Mannheim“ befindet. „Natürlich ist es bedauerlich, dass der Honorierte ohne Entschuldigung der Preisverleihung fern geblieben ist“, zeigt sich eine Sprecherin des Festkomitees enttäuscht. „Wir sind jedoch zuversichtlich, ihm diesen bedeutenden Preis bei einem seiner zahlreichen privaten Besuche im Jungbusch überreichen zu können.“

Veranstaltung:
Die goldene Türklinke – Feierliche Preisverleihung

Zum ersten Mal in diesem Jahr vergibt das zivilgesellschaftliche Mannheimer Komitee „Wem gehört die Stadt“ einen Ehrenpreis für Verdrängung und Entmietung, die „Goldene Türklinke“. Dieser Preis soll einen herausragenden Protagonisten der Immobilienbranche würdigen, der im Bereich Gentrifizierung Spektakuläres leistet.

Bereits in Gesprächen mit den rund 5.000 Bewohner*innen des Mannheimer Jungbuschs im Zuge des Nominierungsverfahrens, ist immer wieder der Name Hildebrandt & Hees in Verbindung mit horrenden Mieten, rechtswidrigen Kündigungen und Schikanen gefallen, was der Verwaltungsgesellschaft einen Platz in der engeren Auswahl garantiert hat. Doch nicht zuletzt die fristlose Kündigung des Kardes-Cafés einen Tag vor Weihnachten hat uns davon überzeugt, dass Hildebrandt & Hees die Anforderungen des Preises mehr als erfüllt.

Und so freuen wir uns sehr, in einer feierlichen Preisverleihung am 22. Juli, den Ehrenpreis „Goldene Türklinke“ an Marcel Hauptenbuchner und Hildebrandt & Hees verleihen zu dürfen.
Wir erwarten zahlreiche prominente Gratulant*innen, Honorationen, sowie eine Festrede. Häppchen, Sekt und Musik umrahmen den feierlichen Anlass.

 


Update:


Heute läuft die Anmeldefrist für Marcel Hauptenbuchner und Hildebrandt & Hees Immobilien GmbH für unsere Veranstaltung Die goldene Türklinke – Feierliche Preisverleihung ab. Die Reden sind geschrieben, die Musiken geprobt, die Sektflaschen gekühlt.

 

 

Herzliche Einladung!
Eintritt frei, Kleidung: festlich-formell

Komitee „Wem gehört die Stadt“