Wem
gehört
die Stadt?

Stadtpolitisches Bündnis Mannheim

Stadt für alle – Wir wehren uns gegen hohe Mieten

In den letzten Monaten wurde viel über steigende Mieten diskutiert. In Mannheim gilt der Wohnungsmarkt offiziell als „nicht angespannt“. Obwohl diese Einschätzung bereits fragwürdig ist und höchstens im Vergleich mit anderen Städten zutrifft, gibt es massive Versuche, auch in Mannheim die Mieten in die Höhe zu treiben. Denn besonders in der zum Dauerzustand gewordenen Krise gelten Immobilien als „Betongold“, Investition mit zuverlässig steigenden Preisen; auf Kosten der Mieterinnen und Mieter.

Denen mag es anderswo noch schlechter gehen als in Mannheim; das ist für uns aber kein Grund, die sich ständig verschlechternde Wohnsituation hinzunehmen.

GBG – Das F steht für Fairness

Die GBG, die städtische Wohnungsbau­genossenschaft, dreht die Preisspirale in Mannheim fleißig mit und lässt ihren angeblichen sozialen Anspruch endgültig hinter sich. Mit ihren 19 500 Mietwohnungen und 60 000 Bewohnerinnen und Bewohnern in Mannheim spielt sie eine zentrale Rolle auf dem Wohnungsmarkt und gestaltet die Wohnungspolitik in der Stadt entscheidend mit, leider nicht gerade zum Guten.

So hob die GBG zunächst im Jahr 2014 in den meisten ihrer Mietwohnungen die Monatsmieten an, ohne dafür Verbesserungen zu bieten; als Grund genügte die „Anpassung an den Mietspiegel“. Ein Beispiel aus der Langstraße im Mannheimer Stadtteil Neckarstadt: Hier wurde die Miete für eine 4-Zimmer-Wohnung um €70 teurer. Für die Mieterinnen und Mieter, darunter sehr viele Familien mit geringem Einkommen, ist das häufig ein großer Einschnitt ins knappe Budget.

Solche Maßnahmen dienen auch als Zeichen an die sogenannten Geringverdiener, dass sie zumindest in zentralen Lagen nicht mehr erwünscht sind. Im Stadtteil Jungbusch findet der Austausch ganzer Bevölkerungsschichten bereits in drastischem Ausmaß statt.

Bei anderen Häusern plant die GBG gleich den Abriss – so bei mehreren Wohnblöcken an der Carl-Benz-Straße in der Neckarstadt sowie am Adolf-Damaschke-Ring in Feudenheim. An deren Stellen sollen moderne Quartiere mit gehobenem Komfort entstehen. Was zunächst wie eine angenehme Verbesserung klingt, hat aber einen gewaltigen Haken: Die Mietpreise in den Neubauten werden weit über den jetzigen liegen, die heutigen Mieterinnen und Mieter werden sich diese nicht leisten können und werden umquartiert; den neuen Wohnkomfort sollen sie höchstens von außen sehen.

Am Adolf-Damaschke-Ring haben sich die Mieterinnen und Mieter teilweise erfolgreich gewehrt und einen Teil der Abrisse verhindert sowie massive Mietsteigerungen gestoppt. Dass die GBG-Pläne mit der Siedlung wenigstens nicht vollständig aufgehen, ist eine gute Nachricht für ihre Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch für Betroffene in anderen Häusern:

Mit Selbstorganisierung und koordiniertem Widerstand lassen sich Maßnahmen wie Vertreibung und massive Mieterhöhungen vermeiden. Wir können Stadtpolitik sozialer machen, wenn wir uns zusammenschließen.

Kurz ausquartieren!

Der Mannheimer Ober­bürger­meister, der gleichzeitig als Aufsichtsrat­vorsitzender der GBG fungiert, wird seinem sozialen Anspruch nicht gerecht. Unter seiner politischen Leitung kümmert sich die GBG nicht darum, die bereits vorhandenen Probleme auf dem Wohnungsmarkt wie steigende Preise und Verknappung, zu lösen, sondern verschärft sie im Sinn der sogenannten städtischen Aufwertung noch. Diese „Aufwertung“ besteht in der Realität darin, dass zahlungskräftige Kundschaft in attraktive Wohnungen einzieht und andere verdrängt werden beziehungsweise einen noch größeren Teil ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben.

Eine Wohnung in zentraler Lage in vernünftiger Ausstattung ist aber nach unserer Meinung kein Privileg für Wohlhabende, sondern steht allen zu! Arbeiterinnen und Arbeiter, Einwanderinnen und Einwanderer, Studentinnen und Studenten, Frauen und Männer aus allen Schichten gehören zur Stadt und wir lassen uns nicht verdrängen!

Das Problem heißt Kapitalismus!

Wir wehren uns gegen soziale Verdrängung und steigenden Mieten. Es ist ein Skandal, das Wohnraum wie eine Ware gehandelt wird. Der noch größere Skandal ist, das Wohnraum im Kapitalismus genau das ist. Eine Ware, mit der Profit erzielt werden soll.

In Zeiten der kapitalistischen Krise strömt verstärkt Kapital in Immobilien, wo noch relativ sicher Rendite zu erzielen ist. Das treibt die Kosten für Wohnraum in die Höhe, sowohl die Immobilienpreise, als auch die Mieten. Das geht zulasten der Menschen die darin leben und wer nicht zahlen kann, wird verdrängt.

Als Mieterinnen und Mieter ist es uns egal, ob die Banken in der Krise stecken oder die Stadt sich umgestalten will. Es geht um unsere Nachbarschaft, unsere Lebensbedingungen und unsere Stadt.

Der Kapitalismus gehört auf den Müllhaufen der Geschichte und Wohnraum vergesellschaftet. Besser heute als Morgen. Zusammen können wir uns wehren, lasst euch nichts gefallen und schließt euch zusammen.

Stadt für alle!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Email-Adresse wird nicht veröffentlicht. Alle Angaben sind freiwillig.