Veranstaltung:
„Die Goldene Türklinke“ für Hildebrandt & Hees Negativpreis für lokale Immobilienverwaltung

Mannheim.

Immer wieder ertönte am vergangenen Samstag lauter Beifall vor dem Nationaltheater Mannheim. Der Applaus galt einem Unternehmen, das mit Standing Ovations eher weniger vertraut ist: Der Immobilienverwaltung Hildebrandt & Hees. Vor einem etwa dreißigköpfigen Festpublikum verlieh ihr das zivilgesellschaftliche Komitee „Wem gehört die Stadt?“ die „Goldene Türklinke“, einen Negativpreis für erfolgreiche Verdrängung und Entmietung.

Bei Sekt und Häppchen gratulierten zahlreiche Vertreter*innen der Stadtgesellschaft dem Unternehmen und seinem Geschäftsführer Marcel Hauptenbuchner. So lobte etwa Bezirksbeirat Dennis Ulas (DIE LINKE. Mannheim) die herausragende Zusammenarbeit zwischen der Großbank BNP Paribas und der Immobilienverwaltung in dem Bestreben, überall dort, wo noch einfache Menschen lebten, „bald goldene Türklinken“ vorzufinden. Karlheinz Paskuda vom Mieterverein Mannheim führte hingegen die kreativen Klagen gegen unliebsame Mieter*innen als einen der zahlreichen Gründe für die Auszeichnung ins Feld.

In der Laudatio lobte Raul Rosenfelder vom auszeichnenden Komitee überdies die Auswirkungen der erhöhten Mieten auf den gesamten städtischen Mietspiegel sowie die Aufopferungsbereitschaft der Immobilienfirma, mit der sie sich für ihre hehren Ziele einsetze: Dort wo jetzt Arbeiter*innen, Alleinerziehende und Migrant*innen lebten, bald luxussanierte Wohnungen an Doppelverdiener*innen vermieten zu können. Zur festlichen Atmosphäre trugen auch Saxophonimprovisationen von Claude de la Rose von der Port Launay Jazz Band bei.

Trotz förmlicher Einladung konnte oder wollte der Preisträger, Herr Marcel Hauptenbuchner, nicht an der Preisverleihung teilnehmen. Auch eine Vertretung wurde nicht geschickt, sodass der schmuckvolle Pokal sich auch weiterhin in der Obhut des Komitees „WGDS – Mannheim“ befindet. „Natürlich ist es bedauerlich, dass der Honorierte ohne Entschuldigung der Preisverleihung fern geblieben ist“, zeigt sich eine Sprecherin des Festkomitees enttäuscht. „Wir sind jedoch zuversichtlich, ihm diesen bedeutenden Preis bei einem seiner zahlreichen privaten Besuche im Jungbusch überreichen zu können.“

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