Urbanität solidarisch gestalten

Die Mieten steigen ständig. Die Energiekosten erhöhen sich. Verstärkt wird in Immobilien investiert, um mehr Profit zu machen. Teure Prestigeprojekte werden hochgezogen. Ganze Stadtteile, wie der Jungbusch, werden „aufgewertet“. Aufwertung heißt: Höhere Mieten. Wer nicht zahlen kann, muss weg. Einkommensschwache Menschen werden schrittweise aus den Innenstädten verdrängt. Auch Zwangsräumungen sind nicht unüblich. Wie überall im Kapitalismus nimmt die soziale Ungerechtigkeit zu. Das Menschenrecht auf Wohnen verkommt zur marktgerechten Ware, bei der ausschließlich der Gewinn zählt.

Um sich gegen die verschärfte Wohnraumsituation zu wehren, wurde von Personen aus verschiedenen Gruppen in Mannheim im Herbst 2013 ein neues stadtpolitisches Bündnis unter dem Namen “Wem gehört die Stadt?“ (WGDS?) gegründet. Dabei erschienen uns diese Fragen von Anfang an wichtig:

  • Wie wehren wir uns gegen Verdrängung und Zwangsräumungen?
  • Wie kann bezahlbarer Wohnraum in der Innenstadt durchgesetzt werden?
  • Wie kann Wohnraum Schritt für Schritt vergesellschaftet werden?

„…nicht nur auf Fragen der Wohnraumpolitik beschränken.“

Wir wollen uns nicht nur auf die Fragen der Wohnraumpolitik beschränken. Auch Themen wie z.B. die Nutzung des öffentlichen Raumes, die Konversion in Mannheim, die Energieversorgung und der öffentliche Personennahverkehr wollen wir in die Diskussion mit einbeziehen. Das Bündnis WGDS? will abseits von kommerziellen Interessen den urbanen Lebensraum gestalten und verschiedene Problematiken aufzeigen. Wir brauchen in der Stadt eine Kultur, in der sich Solidarität und gegenseitige Hilfe entwickeln können. Unsere Ziele sind emanzipatorische Alternativen zur aktuellen Stadtpolitik zu entwerfen und Stück für Stück eine solidarische Stadt von unten aufzubauen.

Die am Bündnis beteiligten Gruppen lehnen die Interessenvertretung durch Parteien ab. Unsere Leitlinien sind stattdessen eine basisdemokratische konsensorientierte  Organisation und die gleichberechtigte Beteiligung der Betroffenen. Wir wollen gemeinsam mit anderen Menschen herausfinden, ob und wie aktiver Widerstand gegen die kapitalistische Verwertung in Mannheim durchsetzbar ist. Das Bündnis WGDS? engagiert sich für mehr Selbstorganisation und Selbstverwaltung.

„…am Anfang eines langen Weges.“

Wir stehen am Anfang eines langen Weges. Deßhalb ist es uns wichtig, mit vielen Menschen ins Gespräch zu kommen. Wenn Du Interesse hast, an diesen Themen mitzuarbeiten oder von einer dieser Problematiken betroffen bist, kannst du gerne Kontakt mit uns aufnehmen, über wgds@riseup.net oder bei einer unserer Veranstaltungen.

 

Bisherige Aktivitäten:

  • Veranstaltung mit dem Sozialwissenschaftler Andrej Holm zum Thema „Gentrification contra Recht auf Stadt“.
  • Organisation der „Recht-auf-Stadt“-Ratschläge.
  • Gemeinsamer Infostand mit der Initiative „FairMieten“ auf dem Max-Joseph-Straßenfest.
  • Veranstaltung mit der Stadtforscherin Pelin Tan zu den Kämpfen um den Gezi-Park in Istanbul.
  • Veranstaltung mit dem Journalisten Peter Nowak zu seinem Buch „Zwangsräumungen verhindern“.