„Wir erhöhen Ihre Miete! Wir kaufen Ihr Viertel auf! Wir mobben Sie aus der Wohnung!“

Wir sind gerade über diese Werbeplakate von Hildebrandt & Hees Immobilien GmbH gestolpert.

Die Werbetafeln der Skandal-Immobilienverwaltung wirken erfrischend ehrlich. Die Firma mit Sitz in der Goethestraße verwaltet mittlerweile mindestens 23 Immobilien im Mannheimer Jungbusch für die französische Großbank BNP Paribas. Kritiker*innen werfen dem Unternehmen vor, mit unfairen und teilweise illegalen Methoden Mieter*innen zu drangsalieren, um so frei werden Wohnungen zu sanieren und teurer neu zu vermieten.

In der Regel versucht Hildebrandt & Hees allerdings, nicht übermäßig durch solche Geschäftspraktiken aufzufallen. Die nunmehr aufgetauchten Werbeplakate werfen die Fragen auf: Hat die Immobilienfirma etwa ihre Kernkompetenzen erkannt und will sich nicht länger verstecken? Oder ist das ganze etwa ein Fake?

Laudatio auf Hildebrandt & Hees

Sehr geehrte Damen und Herren,
in der heutigen Gesellschaft setzen sich so viele Menschen gegen etwas ein. Das ist leicht. Viel schwerer ist es, für etwas zu kämpfen, wie die Verwaltungsgesellschaft Hildebrandt & Hees, die heute mit der „Goldenen Türklinke“ geehrt wird. Seit Jahren ist die Firma ein Vorreiter im Bereich Gentrifizierung und setzt sich mit viel Herzblut für Entmietung, für Verdrängung und für neue, bessere und höhere Mietpreise ein.
Dabei gehen Marcel Hauptenbuchner und sein Team nicht selten über ihre Grenzen hinaus und leisten in vielen Fällen mehr, als man von ihnen erwarten könnte. Sie könnten leicht einen einfachen 9-to-5-Job absolvieren, wie manch andere Verwaltungsgeselschaft: Anfragen bearbeiten, Häuser verwalten, mit MieterInnen und BesitzerInnen verhandeln und dem Großkunden BNP Paribas hin und wieder den aktuellen Stand ihrer Häuser durchgeben. Aber nein! Mit größter Energie, kreativen juristischen oder baumaßnahmlichen Aktionen und langem Atem engagieren sie sich für die Entmietung ganzer Viertel. Dieser Einsatz hat einen Preis mehr als verdient!
Nicht zuletzt zeigen sich die herausragenden Leistungen unseres Preisträgers in der Auswirkung auf die Immobilienpreise. Bei den Mieten (z.B. im Jungbusch oder in der Neckarstadt-Ost): eine Steigerung von 6 € auf 12 € pro Quadratmeter. Bei den Kaufpreisen: eine Steigerung von 300.000 € auf 1,5 Millionen € pro Haus (Applaus, Bravo, Hurra!) Und nicht nur das! Studien haben gezeigt, dass sich solche Erhöhungen auch drastisch auf den gesamten Mietspiegel der Stadt auswirken. Hildebrandt & Hees haben einfach das Wohl der gesamten Stadt im Auge!
Bescheiden wie er ist, wird Marcel Hauptenbuchner sagen, es sei nicht allein sein Verdienst, andere Akteure hätten hierzu auch beigetragen. Doch wir finden: Sie müssen sich nicht wirklich nicht verstecken! Stehen Sie selbstbewusst zu Ihren Leistungen! Das haben Sie sich wirklich verdient!
Doch der güldene Ruhm von Hildebrandt & Hees hat auch seine Schattenseiten: Immer wieder versuchen dreiste AnwohnerInnen, sich gegen die wohlgemeinten Kündigungen, Klagen und Anzeigen zu wehren! Statt sich darüber zu freuen, dass ihre Wohnungen gründlich und liebevoll saniert werden, freundliche HandwerkerInnen monatelang Überraschung und Abwechslung ins Haus bringen, und sie hinterher mit einer angemessenen Miete Teil des neuen hippen Jungbuschs sein können, formulieren sie Widersprüche und ziehen AnwältInnen hinzu. Das ist nicht fair!
Auch die penetrante Solidarität der AnwohnerInnen mit dem Kardes Kiosk, dem Cafe Batia oder der Strümpfe – The Supper-Artclub wird den Wohltätern von Hildebrandt & Hees nicht gerecht. Sollten die Gewerbetreibenden als 4-Sterne-Restaurant, Szenelokal oder Nobelboutique eine Wiedereröffnung planen, unterstützt Herr Hauptenbuchner sie gerne durch eine ansprechende und neu sanierte Immobilie.
Und wünschen wir uns nicht alle unser Viertel luxussaniert und hip? Stellen Sie sich vor: DoppelverdienerInnen flanieren durch den Jungbusch auf der Suche nach einem Vintageregal für die 4-Zimmer-Wohnung, eine trendy Band aus der Popakademieschmiede spielt den neusten Song von Max Giesinger und in der Pizzeria „Al cespuglio giovane“ gibt’s die Pizza Margherita für 13 €. Ist das nicht ein schöner Traum? ArbeiterInnen, Alleinerziehende, MigrantInnen und Arbeitslose, die heute im Jungbusch leben, erinnern uns doch nur an die Ungerechtigkeiten des kapitalistischen Systems! Wer will das schon? (Niemand!)
Hildebrandt & Hees macht unsere und Ihre Träume wahr. In unermüdlichem Eifer kämpfen Marcel Hauptenbuchner und sein Team für ein unbezahlbares Wohnen für uns alle.
Vielen Dank!

Veranstaltung:
„Die Goldene Türklinke“ für Hildebrandt & Hees Negativpreis für lokale Immobilienverwaltung

Mannheim.

Immer wieder ertönte am vergangenen Samstag lauter Beifall vor dem Nationaltheater Mannheim. Der Applaus galt einem Unternehmen, das mit Standing Ovations eher weniger vertraut ist: Der Immobilienverwaltung Hildebrandt & Hees. Vor einem etwa dreißigköpfigen Festpublikum verlieh ihr das zivilgesellschaftliche Komitee „Wem gehört die Stadt?“ die „Goldene Türklinke“, einen Negativpreis für erfolgreiche Verdrängung und Entmietung.

Bei Sekt und Häppchen gratulierten zahlreiche Vertreter*innen der Stadtgesellschaft dem Unternehmen und seinem Geschäftsführer Marcel Hauptenbuchner. So lobte etwa Bezirksbeirat Dennis Ulas (DIE LINKE. Mannheim) die herausragende Zusammenarbeit zwischen der Großbank BNP Paribas und der Immobilienverwaltung in dem Bestreben, überall dort, wo noch einfache Menschen lebten, „bald goldene Türklinken“ vorzufinden. Karlheinz Paskuda vom Mieterverein Mannheim führte hingegen die kreativen Klagen gegen unliebsame Mieter*innen als einen der zahlreichen Gründe für die Auszeichnung ins Feld.

In der Laudatio lobte Raul Rosenfelder vom auszeichnenden Komitee überdies die Auswirkungen der erhöhten Mieten auf den gesamten städtischen Mietspiegel sowie die Aufopferungsbereitschaft der Immobilienfirma, mit der sie sich für ihre hehren Ziele einsetze: Dort wo jetzt Arbeiter*innen, Alleinerziehende und Migrant*innen lebten, bald luxussanierte Wohnungen an Doppelverdiener*innen vermieten zu können. Zur festlichen Atmosphäre trugen auch Saxophonimprovisationen von Claude de la Rose von der Port Launay Jazz Band bei.

Trotz förmlicher Einladung konnte oder wollte der Preisträger, Herr Marcel Hauptenbuchner, nicht an der Preisverleihung teilnehmen. Auch eine Vertretung wurde nicht geschickt, sodass der schmuckvolle Pokal sich auch weiterhin in der Obhut des Komitees „WGDS – Mannheim“ befindet. „Natürlich ist es bedauerlich, dass der Honorierte ohne Entschuldigung der Preisverleihung fern geblieben ist“, zeigt sich eine Sprecherin des Festkomitees enttäuscht. „Wir sind jedoch zuversichtlich, ihm diesen bedeutenden Preis bei einem seiner zahlreichen privaten Besuche im Jungbusch überreichen zu können.“

Veranstaltung:
Die goldene Türklinke – Feierliche Preisverleihung

Zum ersten Mal in diesem Jahr vergibt das zivilgesellschaftliche Mannheimer Komitee „Wem gehört die Stadt“ einen Ehrenpreis für Verdrängung und Entmietung, die „Goldene Türklinke“. Dieser Preis soll einen herausragenden Protagonisten der Immobilienbranche würdigen, der im Bereich Gentrifizierung Spektakuläres leistet.

Bereits in Gesprächen mit den rund 5.000 Bewohner*innen des Mannheimer Jungbuschs im Zuge des Nominierungsverfahrens, ist immer wieder der Name Hildebrandt & Hees in Verbindung mit horrenden Mieten, rechtswidrigen Kündigungen und Schikanen gefallen, was der Verwaltungsgesellschaft einen Platz in der engeren Auswahl garantiert hat. Doch nicht zuletzt die fristlose Kündigung des Kardes-Cafés einen Tag vor Weihnachten hat uns davon überzeugt, dass Hildebrandt & Hees die Anforderungen des Preises mehr als erfüllt.

Und so freuen wir uns sehr, in einer feierlichen Preisverleihung am 22. Juli, den Ehrenpreis „Goldene Türklinke“ an Marcel Hauptenbuchner und Hildebrandt & Hees verleihen zu dürfen.
Wir erwarten zahlreiche prominente Gratulant*innen, Honorationen, sowie eine Festrede. Häppchen, Sekt und Musik umrahmen den feierlichen Anlass.

 


Update:


Heute läuft die Anmeldefrist für Marcel Hauptenbuchner und Hildebrandt & Hees Immobilien GmbH für unsere Veranstaltung Die goldene Türklinke – Feierliche Preisverleihung ab. Die Reden sind geschrieben, die Musiken geprobt, die Sektflaschen gekühlt.

 

 

Herzliche Einladung!
Eintritt frei, Kleidung: festlich-formell

Komitee „Wem gehört die Stadt“

Stadtteiltreffen Jungbusch 03.05.17

Im #Jungbusch munkelt man, dass am Samstag das nächste Offene Stadtteiltreffen stattfinden wird.

3. Juni, 16-18 Uhr im ASV (Beilstraße 12, Hinterhof). Alle hin! Jeden 1. Samstag im Monat!

Das Offene Stadtteiltreffen (OST) soll Betroffenen von Verdrängung und Mietwucher einen Raum geben, ihre Probleme zu schildern. Gemeinsam wollen wir darüber reden, wie wir uns gegen #Gentrifizierung wehren und den Jungbusch als solidarischen Stadtteil für Alle verteidigen können.

Punkt 13: Wir bleiben alle! – Für eine Wende in der kommunalen Wohnungspolitik!

Stellungnahme von „Wem gehört die Stadt – Stadtpolitisches Bündnis Mannheim“ zum „12-Punkte-Programm zum Wohnen für Mannheim“

Am 27. Juni 2017 soll im Mannheimer Gemeinderat über einen Antrag abgestimmt werden, der sowohl unter Menschen diskutiert wird, die sich erst neuerdings für Wohnraumpolitik interessieren, als auch unter jenen, die sich schon länger für günstigen Wohnraum engagieren. Für die einen ist das „12-Punkte-Programm“ geeignet, ein Wohnen für alle Menschen, das heißt auch preiswertes Wohnen, zu ermöglichen [1]. Andere verweisen darauf, dass es sich lediglich um ein Lippenbekenntnis der Stadt ohne konkrete Wirkung handelt.

1. Politik der ersten Person

Seit 2014 stellen wir uns als „WGDS – Stadtpolitisches Bündnis Mannheim“ die Frage, wie wir uns gegen Verdrängung und Zwangsräumungen wehren können, wie bezahlbarer Wohnraum in der Innenstadt durchgsetzt werden kann und wie Wohnraum perspektivisch vergesellschaftet werden kann. Unsere Politik ist dabei eine der ersten Person, das heißt, es geht uns zuerst einmal darum, uns und weitere Betroffene zu aktivieren.

In diesem Sinne haben wir in den letzten Jahren zahlreiche politische Bildungsangebote geschaffen und Betroffenen von Gentrifizierung konkret zur Seite gestanden, etwa bei dem Abriss von günstigem Mietraum der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft GBG in der Carl-Benz-Straße (#GBGentrifizierung) sowie beim Kampf gegen den Investmentfond BNP Paribas und die Immobilienverwaltung Hildebrandt & Hees (#KardesBleibt).
Diese ehrenamtliche Arbeit mussten wir (wie andere auch) in den vergangen Jahren gegen den Willen den Stadt leisten. Wegen eines Besuchs einiger Aktivist*innen in der Zentrale der GBG wurde gar Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs gestellt, obgleich dieser erklärtermaßen zur Unterstützung einer von dem Abiss betroffenen Person erfolgte.

2. Antrag zum 12-Punkte-Programm

Dagegen äußern wir uns als Bündnis in der Regel nicht zu konkreten kommunalpolitischen Anträgen, denn leider ergehen diese häufig nicht zum Wohle der Bürger*innen und Mietenden von Mannheim, sondern sind Ausdruck parteipolitischer Erwägungen. Einige Selbstdarsteller*innen im Gemeinderat karikieren zudem die mühevolle Basisarbeit anderer Gemeinderatsmitglieder. Da der am 27. Juni 2017 zur Abstimmung gestellte Antrag allerdings durchaus breiter vorbereitet und diskutiert wurde, möchten wir uns hierzu äußern.

Der konkrete Antrag lautet: „Der Gemeinderat beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung des 12-Punkte-Programm zum Wohnen in Mannheim. Die dafür notwendigen Grundsatzbeschlüsse sind von der Verwaltung auszuarbeiten und dem Gemeinderat zum Beschluss vorzulegen.“
Diese 12 Punkte sollen zusammengefasst in folgenden Maßnahmen bestehen (siehe Seiten 40/41 der Vorlage V009_2017 [2]):

  1. Aktivierung (nicht militärischer) städtischer Konversionsflächen
  2. Umnutzung untergenutzter Gewerbeflächen
  3. Aktivierung städtischer Brachflächen
  4. Aktivierung privater Baulücken unter Einbeziehung des BDA und der Architektenkammer
  5. Nachverdichtung und Ersatzneubau
  6. Rolle der GBG als strategisches Instrument der Stadtentwicklung
  7. Quotenmodell für preisgünstigen Wohnungsbau
  8. Verbilligte Vergabe von Wohnbaugrundstücken für preiswerten Wohnbau
  9. Vergabe nach Konzeptqualität
  10. Gewährung von Erbbaurechten
  11. Einsatz von Städtebaufördermitteln
  12. Förderung Gemeinschaftlicher Wohnprojekte

3. GBG: Kommunaler Miethai oder Mietpreisbremse?

An verschiedenen Stellen lässt sich hier durchaus eine, wenn auch geringfügige, Abkehr der Stadt von ihrer bisherigen Politik der Aufwertung und Verdrängung erkennen. So ist etwa die kommunale Wohnungsbaugesellschaft GBG ihrer Aufgabe, günstigen Wohnraum für die Mannheimer Bevölkerung zur Verfügung zu stellen, bisher nicht nur nicht nachgekommen, sie hat günstigen Wohnraum sogar leichtfertig – und gegen erheblichen Protest stadtpolitisch Aktiver – vernichtet.

Zur Rolle der GBG heißt es nunmehr:

„Die GBG wird weiterhin breite Schichten mit Wohnraum versorgen und durch ein gemischtes Wohnungsangebot, sowohl auf den Konversionen als auch in den Stadtteilen, sozialer Segregation vorbeugen. Neben dem Erhalt günstigen Wohnraums gehört dazu auch der Wohnungsneubau. Neben dem Neubau wertiger und quartiersprägender Wohnungen ist insbesondere die Bautätigkeit im preisgünstigen Segment zu intensivieren. Durch den Ankauf von Immobilien in Stadtteilen mit stark positiver Mietenentwicklung soll der Mannheimer Mietwohnungsmarkt zusätzlich stabilisiert werden.“

Der Fokus der GBG soll also nunmher „insbesondere“ in der Bautätigkeit im günstigen Preissegment liegen. Das geht in die richtige Richtung. Gleichwohl stellt sich die Frage, weshalb der „Neubau wertiger und quartiersprägender Wohnungen“ Aufgabe einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft sein und bleiben soll. Denn „wertiger“ und vor allem teurer Wohnraum wird hinreichend von Privatinvestor*innen zur Verfügung gestellt.

Hausbesetzung in der Carl Benz Straße im Rahmen der
Kampagne „Abriss stoppen!“

Ob die GBG tatsächlich Verdrängungseffekte aufhalten oder verlangsamen kann, hängt von der ihr zugeordneten Aufgabe ab. Das 12-Punkte-Programm fomuliert hier nicht mehr als einen kleinen Schritt in die richtige Richtung. Für eine wirkliche Kehrtwende in der städtischen Wohnungspolitik bedarf es in unseren Augen eine Demokratisierung der GBG in Form einer Mieter*innenmitbestimmung.

4. Quotenmodell und Wohnprojekte

Positiv aufhorchen lassen insbesondere das Quotenmodell für preisgünstigen Wohnungsbau und die Förderung Gemeinschaftlicher Wohnprojekte. Gerade gemeinschaftliche Wohnprojekte setzten sich zum Ziel, preisgünstigen Wohnraum zu schaffen und Wohnraum aufzukaufen, um diesen der Spekulationen und Profitorientierung von Privatwirtschaft zu entziehen. Kollektive Mieter*innenrechte und Mitbestimmung sollten jedoch nicht nur in selbstorganisierten Wohnprojekten die Regel sein, sondern auch in den Wohnungen privater Wohnungsunternehmen durchgesetzt werden und so dem Schutz vor diskriminierendem Verhalten der Vermieter*innen dienen. Kritisch betrachtet werden muss ferner die Tatsache, dass Bauvorhaben, die bis 2021 gebaut werden und bereits geplant sind, von der Quotenregelung nicht betroffen sind. Die mögliche Wirksamkeit der Quotenregelung beginn somit ohnehin erst 2022. Nicht zuletzt bei der Bebauung um den Grünzug/BuGa muss aber an einer Quote für bezahlbares Wohnen festgehalten werden.

5. Punkt 13: Wir bleiben alle!

Zuletzt vermissen wir jede Aussage dazu, wie die Stadt auf den Aufkauf ganzer Straßenzüge reagieren möchte, wie er derzeit im Jungbusch durch den Immobilienfond BNP Paribas und die Immobilienverwaltung Hildebrandt & Hees erfolgt. In Stadtvierteln wie dem Jungbusch findet durch Aufwertung und Verdrängung eine Ausgrenzung nach sozialem Status und Herkunft statt. Gerade Familien mit Migrationshintergrund und EU-Bürger*innen mit unsicherem Aufenthaltsstatus sind von unberechtigten Kündigungen und drastischen Mieterhöhungen betroffen. Private Vermieter*innen und Wohnungsgesellschaften nutzen deren prekäre Lage bewusst aus, mit dem Ziel, freiwerdende Wohnungen zu sanieren und zu deutlich höheren Quadratmeterpreisen neu zu vermieten.

Banneraktion gegen Mietwucher und rassistische
Verdrängung im Jungbusch

Bisher hatten die Stadt und das Quartiersmanagement im Jungbusch die Aufwertung und Verdrängung begrüßt, wenn nicht in ihren Maßnahmen, so zumindest in ihren Konsequenzen. Dass dem Treiben der Immobilienverwaltung Hildebrandt & Hees in irgendeiner Weise mit den gegenwärtigen rechtlichen Mitteln begegnet worden wäre, ist nicht erkennbar.

In dem Verhindern dieser Prozesse von rassistischer Diskriminierung und Verdrängung liegt ein wichtiges Anliegen der Bevölkerung im Jungbusch, welches von der Stadt bisher ignoriert wird. Mit der Begleitung der Offenen Stadtteiltreffen im Jungbusch [3] wird auch hier ein wichtiger Schwerpunkt unserer zukünftigen Arbeit liegen. Mit dem 12-Punkte-Programm, was uns lieber wäre, oder ohne.

Für ein Recht auf Stadt für Alle!

Wem gehört die Stadt? – Stadtpolitisches Bündnis Mannheim, Mai 2017

Stadtteiltreffen Jungbusch 01.04.17

Im #Jungbusch munkelt man, dass am Samstag das nächste Offene Stadtteiltreffen stattfinden wird.

1. April, 16 Uhr im ASV (Beilstraße 12, Hinterhof). Alle hin!

Das Offene Stadtteiltreffen (OST) soll Betroffenen von Verdrängung und Mietwucher einen Raum geben, ihre Probleme zu schildern. Gemeinsam wollen wir darüber reden, wie wir uns gegen #Gentrifizierung wehren und den Jungbusch als solidarischen Stadtteil für Alle verteidigen können.