Veranstaltung:
Offenes Stadtteiltreffen Jungbusch 02.09.17

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Invitation in different languages:


English

Come to the meeting of the inhabitants of the Jungbusch
We want to talk about problems and
Talk about what the Jungbusch still needs.
What offers should arise?
Everyone should make a decision
So please come by.
2 September 4 pm
At the large square in Beilstraße


Türk

Jungbusch sakinlerinin toplantıya gel
Biz sorunları hakkında konuşmak istiyoruz ve
Jungbusch hala ihtiyaç duyduğu hakkında konuşmak.
Ne gibi hizmetler yükselecek gerekir?
Tüm birlikte karar vermelidir
böylece gel lütfen.
02 Eylül 16:00
Beilstraße geniş meydanda


Arabisch

taeal ‚iilaa aijtimae sukkan Jungbusch
nahn nurid ‚an natahadath ean almashakil w
alhadith ean ma zal yahtaj ‚iilaa Jungbusch.
ma hi alkhadamat alty yjb ‚an trtfe?
ealaa aljamie ‚an yusharik fi aitikhadh qarar
lidha yrja tati.
2 sibtambur, 16:00
ealaa midan kabir fi Beilstrasse


Español

Asistir a la reunión de los habitantes de Jungbusch
Queremos hablar de los problemas y
hablar de lo que aún necesita la Jungbusch.
¿Qué servicios debería aumentar?
Todos deben co-decidir
así que por favor venir.
02 septiembre, 16:00
En la gran plaza en el Beilstraße


Deutsch

Jeden 1. Samstag des Monats findet um 16 Uhr das Offene Stadtteiltreffen (OST) #Jungbusch statt. Leider noch nicht im „Grand Hotel Jungbusch“, dafür an unterschiedlichen Orten im Stadtteil. Am 2. September 2017 treffen wir uns bei gutem Wetter auf dem Sackträgerplatz direkt vor der Beilstraße 12.

Eingeladen sind alle Bewohner*innen des Jungbuschs sowie solidarische stadtpolitisch Aktive. Unter anderem möchten wir von den bisherigen Gesprächen mit der Stadt über die Zukunft des #Hafen66 berichten und von euch hören, wie es mit dem Gebäude weitergehen soll.

Außerdem interessiert uns wie immer die Lage in euren Häusern sowie die aktuelle Gerüchteküche in unserem Stadtteil. In diesem Sinne: Kommt vorbei. Wir bleiben alle!

Hausbesetzer*innen ziehen Zwischenbilanz nach Gesprächen mit der Stadt

Mannheim.

Das Stadtpolitische Bündnis WGDS? zieht nach den Gesprächen
mit der Stadt am Montagnachmittag eine gemischte Zwischenbilanz. „Wir
haben uns in den Gesprächen von der Stadt ernst genommen gefühlt. Diese
hat uns ihre Pläne, die sie im Jungbusch verfolgt dargelegt. Uns ist
jedoch nicht klar geworden, wie sie so der aktuellen Aufwertungsspirale
Herr werden möchte“, so die Sprecher*innen des Bündnisses Eva Schmitt
und Christopher Lobin. „Wir haben daraufhin unsere Position zu den
aktuellen Entwicklungen deutlich gemacht und unsere Ideen zur Nutzung
der Hafenstraße 66 vorgestellt.“

Es habe Einigkeit geherrscht, dass weiterer Wohnraum im Jungbusch
benötigt werde. Dieser Einsicht folgend, soll eine Wohnnutzung des
Hafen66, wie ihn die Besetzer*innen nennen, geprüft und dem Gemeinderat
vorgestellt werden. „Wir als WGDS? begrüßen diese Initiative und werden
Sie kritisch begleiten.“, so Eva Schmitt. Ganz konkret habe man dem
Bündnis zugesagt, es beim Ausarbeiten eines detaillierten Nutzungs- und
Finanzierungskonzepts, das den Bedürfnissen des Stadtteils gerecht wird,
zu unterstützen. „Wir wollen nun schnell über das Offene
Stadtteiltreffen (OST) eine Gruppe finden, die diesen Prozess
verbindlich begleitet“, ergänzt Christopher Lobin. Dazu seien alle
herzlich eingeladen, die sich an diesem Prozess beteiligen wollen.
Außerdem gelte dieses Angebot auch für andere Initiativen und Gruppen,
die sich vorstellen könnten, dort ein integratives Wohnprojekt ins Leben
zu rufen. „Als stadtpolitisches Bündnis ist es uns wichtig, dass dort
Wohnraum für Menschen entsteht, die Interesse am Stadtteil haben und
diesen in seiner Vielfalt repräsentieren sowie erhalten wollen. Diesen
Prozess haben wir am Wochenende angestoßen und werden ihn unabhängig
davon, ob wir selber dort einziehen, weiter begleiten.“

Pressekontakte: Christopher Lobin und Eva Schmitt

Telefonnummer: +49 178 1772218

E-Mail: wgds-mannheim@riseup.net

Facebook: https://www.facebook.com/wgdsmannheim/

Twitter: https://twitter.com/stadt_fuer_alle

Homepage: http://wgds-mannheim.de

Video zur Hausbesetzung

Ihr fragt euch, was Samstag im #Hafen66 passiert ist?! Wir haben ein großartiges Video von unserer Hausbesetzung für euch!

Heute beginnen die Verhandlungen mit der Stadt über die Umsetzung unserer Nutzungspläne. Von unserem Erfolg gestern motiviert bleiben unsere Forderungen ganz klar: Oben integratives Wohnprojekt, unten Räume für soziale Initiativen, die dem Viertel zu Gute kommen. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Leerstand zu Wohnraum!

Besetzung der Hafenstr. 66 beendet – Erfolg für die Aktivist*innen von WGDS

Mannheim. Am Samstagabend gegen 19.45 Uhr haben die Aktivist*innen von „Wem gehört die Stadt?“ (WGDS) das Haus in der Hafenstr. 66 im Stadtteil Jungbusch verlassen. Die Besetzung sei ein Erfolg für den Stadtteil und ihr Anliegen gewesen, sagten die Pressesprecher*innen des Bündnisses, Eva Schmitt und Christopher Lobin. „Wir haben das Haus für den Stadtteil geöffnet und den Nachmittag über mit verschiedenen Veranstaltungen gezeigt, wie eine zukünftige Nutzung des Hauses aussehen könnte. Wir haben die breite Aufmerksamkeit genutzt, um mit Vertreter*innen der Stadt in Verhandlungen zu treten und es ist uns gelungen, unsere Standpunkte deutlich zu machen.“, so Schmitt. Lobin ergänzt: „Gleich am Montag werden wir uns mit Entscheidungsträger*innen der Stadt treffen und über die zukünftige Nutzung des Gebäudes verhandeln. Unser Ziel bleibt ganz klar: Die Hafenstraße 66 muss zu bezahlbarem Wohnraum werden, ganz konkret im Rahmen eines Mietshäusersyndikats.“ In der Woche zuvor war öffentlich geworden, dass die Immobilie, die der Stadt gehört, in ein weiteres Gründer*innenzentrum umgewandelt werden sollte – eine Entwicklung, die die angespannte Wohnlage im Jungbusch weiter anheizen würde. „Für heute haben wir entschieden, das Haus zu verlassen.“ Teil der Einigung war es, das geplante Abendprogramm in angrenzende Kulturräume zu verlegen. „Für heute sind wir zufrieden.“, so die Pressevertretung von WGDS, „Die mediale Aufmerksamkeit und das rege Interesse der Anwohner*innen haben uns gezeigt, dass unser Anliegen legitim ist und auf breite Zustimmung trifft.“

#Hafen66

Pressekontakte: Christopher Lobin und Eva Schmitt
Telefonnummer: +49 178 1772218
E-Mail: wgds-mannheim@riseup.net
Facebook: https://www.facebook.com/wgdsmannheim/
Twitter: https://twitter.com/stadt_fuer_alle
Homepage: http://wgds-mannheim.de

Veranstaltung:
„Die Goldene Türklinke“ für Hildebrandt & Hees Negativpreis für lokale Immobilienverwaltung

Mannheim.

Immer wieder ertönte am vergangenen Samstag lauter Beifall vor dem Nationaltheater Mannheim. Der Applaus galt einem Unternehmen, das mit Standing Ovations eher weniger vertraut ist: Der Immobilienverwaltung Hildebrandt & Hees. Vor einem etwa dreißigköpfigen Festpublikum verlieh ihr das zivilgesellschaftliche Komitee „Wem gehört die Stadt?“ die „Goldene Türklinke“, einen Negativpreis für erfolgreiche Verdrängung und Entmietung.

Bei Sekt und Häppchen gratulierten zahlreiche Vertreter*innen der Stadtgesellschaft dem Unternehmen und seinem Geschäftsführer Marcel Hauptenbuchner. So lobte etwa Bezirksbeirat Dennis Ulas (DIE LINKE. Mannheim) die herausragende Zusammenarbeit zwischen der Großbank BNP Paribas und der Immobilienverwaltung in dem Bestreben, überall dort, wo noch einfache Menschen lebten, „bald goldene Türklinken“ vorzufinden. Karlheinz Paskuda vom Mieterverein Mannheim führte hingegen die kreativen Klagen gegen unliebsame Mieter*innen als einen der zahlreichen Gründe für die Auszeichnung ins Feld.

In der Laudatio lobte Raul Rosenfelder vom auszeichnenden Komitee überdies die Auswirkungen der erhöhten Mieten auf den gesamten städtischen Mietspiegel sowie die Aufopferungsbereitschaft der Immobilienfirma, mit der sie sich für ihre hehren Ziele einsetze: Dort wo jetzt Arbeiter*innen, Alleinerziehende und Migrant*innen lebten, bald luxussanierte Wohnungen an Doppelverdiener*innen vermieten zu können. Zur festlichen Atmosphäre trugen auch Saxophonimprovisationen von Claude de la Rose von der Port Launay Jazz Band bei.

Trotz förmlicher Einladung konnte oder wollte der Preisträger, Herr Marcel Hauptenbuchner, nicht an der Preisverleihung teilnehmen. Auch eine Vertretung wurde nicht geschickt, sodass der schmuckvolle Pokal sich auch weiterhin in der Obhut des Komitees „WGDS – Mannheim“ befindet. „Natürlich ist es bedauerlich, dass der Honorierte ohne Entschuldigung der Preisverleihung fern geblieben ist“, zeigt sich eine Sprecherin des Festkomitees enttäuscht. „Wir sind jedoch zuversichtlich, ihm diesen bedeutenden Preis bei einem seiner zahlreichen privaten Besuche im Jungbusch überreichen zu können.“

Veranstaltung:
Die goldene Türklinke – Feierliche Preisverleihung

Zum ersten Mal in diesem Jahr vergibt das zivilgesellschaftliche Mannheimer Komitee „Wem gehört die Stadt“ einen Ehrenpreis für Verdrängung und Entmietung, die „Goldene Türklinke“. Dieser Preis soll einen herausragenden Protagonisten der Immobilienbranche würdigen, der im Bereich Gentrifizierung Spektakuläres leistet.

Bereits in Gesprächen mit den rund 5.000 Bewohner*innen des Mannheimer Jungbuschs im Zuge des Nominierungsverfahrens, ist immer wieder der Name Hildebrandt & Hees in Verbindung mit horrenden Mieten, rechtswidrigen Kündigungen und Schikanen gefallen, was der Verwaltungsgesellschaft einen Platz in der engeren Auswahl garantiert hat. Doch nicht zuletzt die fristlose Kündigung des Kardes-Cafés einen Tag vor Weihnachten hat uns davon überzeugt, dass Hildebrandt & Hees die Anforderungen des Preises mehr als erfüllt.

Und so freuen wir uns sehr, in einer feierlichen Preisverleihung am 22. Juli, den Ehrenpreis „Goldene Türklinke“ an Marcel Hauptenbuchner und Hildebrandt & Hees verleihen zu dürfen.
Wir erwarten zahlreiche prominente Gratulant*innen, Honorationen, sowie eine Festrede. Häppchen, Sekt und Musik umrahmen den feierlichen Anlass.

 


Update:


Heute läuft die Anmeldefrist für Marcel Hauptenbuchner und Hildebrandt & Hees Immobilien GmbH für unsere Veranstaltung Die goldene Türklinke – Feierliche Preisverleihung ab. Die Reden sind geschrieben, die Musiken geprobt, die Sektflaschen gekühlt.

 

 

Herzliche Einladung!
Eintritt frei, Kleidung: festlich-formell

Komitee „Wem gehört die Stadt“

Punkt 13: Wir bleiben alle! – Für eine Wende in der kommunalen Wohnungspolitik!

Stellungnahme von „Wem gehört die Stadt – Stadtpolitisches Bündnis Mannheim“ zum „12-Punkte-Programm zum Wohnen für Mannheim“

Am 27. Juni 2017 soll im Mannheimer Gemeinderat über einen Antrag abgestimmt werden, der sowohl unter Menschen diskutiert wird, die sich erst neuerdings für Wohnraumpolitik interessieren, als auch unter jenen, die sich schon länger für günstigen Wohnraum engagieren. Für die einen ist das „12-Punkte-Programm“ geeignet, ein Wohnen für alle Menschen, das heißt auch preiswertes Wohnen, zu ermöglichen [1]. Andere verweisen darauf, dass es sich lediglich um ein Lippenbekenntnis der Stadt ohne konkrete Wirkung handelt.

1. Politik der ersten Person

Seit 2014 stellen wir uns als „WGDS – Stadtpolitisches Bündnis Mannheim“ die Frage, wie wir uns gegen Verdrängung und Zwangsräumungen wehren können, wie bezahlbarer Wohnraum in der Innenstadt durchgsetzt werden kann und wie Wohnraum perspektivisch vergesellschaftet werden kann. Unsere Politik ist dabei eine der ersten Person, das heißt, es geht uns zuerst einmal darum, uns und weitere Betroffene zu aktivieren.

In diesem Sinne haben wir in den letzten Jahren zahlreiche politische Bildungsangebote geschaffen und Betroffenen von Gentrifizierung konkret zur Seite gestanden, etwa bei dem Abriss von günstigem Mietraum der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft GBG in der Carl-Benz-Straße (#GBGentrifizierung) sowie beim Kampf gegen den Investmentfond BNP Paribas und die Immobilienverwaltung Hildebrandt & Hees (#KardesBleibt).
Diese ehrenamtliche Arbeit mussten wir (wie andere auch) in den vergangen Jahren gegen den Willen den Stadt leisten. Wegen eines Besuchs einiger Aktivist*innen in der Zentrale der GBG wurde gar Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs gestellt, obgleich dieser erklärtermaßen zur Unterstützung einer von dem Abiss betroffenen Person erfolgte.

2. Antrag zum 12-Punkte-Programm

Dagegen äußern wir uns als Bündnis in der Regel nicht zu konkreten kommunalpolitischen Anträgen, denn leider ergehen diese häufig nicht zum Wohle der Bürger*innen und Mietenden von Mannheim, sondern sind Ausdruck parteipolitischer Erwägungen. Einige Selbstdarsteller*innen im Gemeinderat karikieren zudem die mühevolle Basisarbeit anderer Gemeinderatsmitglieder. Da der am 27. Juni 2017 zur Abstimmung gestellte Antrag allerdings durchaus breiter vorbereitet und diskutiert wurde, möchten wir uns hierzu äußern.

Der konkrete Antrag lautet: „Der Gemeinderat beauftragt die Verwaltung mit der Umsetzung des 12-Punkte-Programm zum Wohnen in Mannheim. Die dafür notwendigen Grundsatzbeschlüsse sind von der Verwaltung auszuarbeiten und dem Gemeinderat zum Beschluss vorzulegen.“
Diese 12 Punkte sollen zusammengefasst in folgenden Maßnahmen bestehen (siehe Seiten 40/41 der Vorlage V009_2017 [2]):

  1. Aktivierung (nicht militärischer) städtischer Konversionsflächen
  2. Umnutzung untergenutzter Gewerbeflächen
  3. Aktivierung städtischer Brachflächen
  4. Aktivierung privater Baulücken unter Einbeziehung des BDA und der Architektenkammer
  5. Nachverdichtung und Ersatzneubau
  6. Rolle der GBG als strategisches Instrument der Stadtentwicklung
  7. Quotenmodell für preisgünstigen Wohnungsbau
  8. Verbilligte Vergabe von Wohnbaugrundstücken für preiswerten Wohnbau
  9. Vergabe nach Konzeptqualität
  10. Gewährung von Erbbaurechten
  11. Einsatz von Städtebaufördermitteln
  12. Förderung Gemeinschaftlicher Wohnprojekte

3. GBG: Kommunaler Miethai oder Mietpreisbremse?

An verschiedenen Stellen lässt sich hier durchaus eine, wenn auch geringfügige, Abkehr der Stadt von ihrer bisherigen Politik der Aufwertung und Verdrängung erkennen. So ist etwa die kommunale Wohnungsbaugesellschaft GBG ihrer Aufgabe, günstigen Wohnraum für die Mannheimer Bevölkerung zur Verfügung zu stellen, bisher nicht nur nicht nachgekommen, sie hat günstigen Wohnraum sogar leichtfertig – und gegen erheblichen Protest stadtpolitisch Aktiver – vernichtet.

Zur Rolle der GBG heißt es nunmehr:

„Die GBG wird weiterhin breite Schichten mit Wohnraum versorgen und durch ein gemischtes Wohnungsangebot, sowohl auf den Konversionen als auch in den Stadtteilen, sozialer Segregation vorbeugen. Neben dem Erhalt günstigen Wohnraums gehört dazu auch der Wohnungsneubau. Neben dem Neubau wertiger und quartiersprägender Wohnungen ist insbesondere die Bautätigkeit im preisgünstigen Segment zu intensivieren. Durch den Ankauf von Immobilien in Stadtteilen mit stark positiver Mietenentwicklung soll der Mannheimer Mietwohnungsmarkt zusätzlich stabilisiert werden.“

Der Fokus der GBG soll also nunmher „insbesondere“ in der Bautätigkeit im günstigen Preissegment liegen. Das geht in die richtige Richtung. Gleichwohl stellt sich die Frage, weshalb der „Neubau wertiger und quartiersprägender Wohnungen“ Aufgabe einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft sein und bleiben soll. Denn „wertiger“ und vor allem teurer Wohnraum wird hinreichend von Privatinvestor*innen zur Verfügung gestellt.

Hausbesetzung in der Carl Benz Straße im Rahmen der
Kampagne „Abriss stoppen!“

Ob die GBG tatsächlich Verdrängungseffekte aufhalten oder verlangsamen kann, hängt von der ihr zugeordneten Aufgabe ab. Das 12-Punkte-Programm fomuliert hier nicht mehr als einen kleinen Schritt in die richtige Richtung. Für eine wirkliche Kehrtwende in der städtischen Wohnungspolitik bedarf es in unseren Augen eine Demokratisierung der GBG in Form einer Mieter*innenmitbestimmung.

4. Quotenmodell und Wohnprojekte

Positiv aufhorchen lassen insbesondere das Quotenmodell für preisgünstigen Wohnungsbau und die Förderung Gemeinschaftlicher Wohnprojekte. Gerade gemeinschaftliche Wohnprojekte setzten sich zum Ziel, preisgünstigen Wohnraum zu schaffen und Wohnraum aufzukaufen, um diesen der Spekulationen und Profitorientierung von Privatwirtschaft zu entziehen. Kollektive Mieter*innenrechte und Mitbestimmung sollten jedoch nicht nur in selbstorganisierten Wohnprojekten die Regel sein, sondern auch in den Wohnungen privater Wohnungsunternehmen durchgesetzt werden und so dem Schutz vor diskriminierendem Verhalten der Vermieter*innen dienen. Kritisch betrachtet werden muss ferner die Tatsache, dass Bauvorhaben, die bis 2021 gebaut werden und bereits geplant sind, von der Quotenregelung nicht betroffen sind. Die mögliche Wirksamkeit der Quotenregelung beginn somit ohnehin erst 2022. Nicht zuletzt bei der Bebauung um den Grünzug/BuGa muss aber an einer Quote für bezahlbares Wohnen festgehalten werden.

5. Punkt 13: Wir bleiben alle!

Zuletzt vermissen wir jede Aussage dazu, wie die Stadt auf den Aufkauf ganzer Straßenzüge reagieren möchte, wie er derzeit im Jungbusch durch den Immobilienfond BNP Paribas und die Immobilienverwaltung Hildebrandt & Hees erfolgt. In Stadtvierteln wie dem Jungbusch findet durch Aufwertung und Verdrängung eine Ausgrenzung nach sozialem Status und Herkunft statt. Gerade Familien mit Migrationshintergrund und EU-Bürger*innen mit unsicherem Aufenthaltsstatus sind von unberechtigten Kündigungen und drastischen Mieterhöhungen betroffen. Private Vermieter*innen und Wohnungsgesellschaften nutzen deren prekäre Lage bewusst aus, mit dem Ziel, freiwerdende Wohnungen zu sanieren und zu deutlich höheren Quadratmeterpreisen neu zu vermieten.

Banneraktion gegen Mietwucher und rassistische
Verdrängung im Jungbusch

Bisher hatten die Stadt und das Quartiersmanagement im Jungbusch die Aufwertung und Verdrängung begrüßt, wenn nicht in ihren Maßnahmen, so zumindest in ihren Konsequenzen. Dass dem Treiben der Immobilienverwaltung Hildebrandt & Hees in irgendeiner Weise mit den gegenwärtigen rechtlichen Mitteln begegnet worden wäre, ist nicht erkennbar.

In dem Verhindern dieser Prozesse von rassistischer Diskriminierung und Verdrängung liegt ein wichtiges Anliegen der Bevölkerung im Jungbusch, welches von der Stadt bisher ignoriert wird. Mit der Begleitung der Offenen Stadtteiltreffen im Jungbusch [3] wird auch hier ein wichtiger Schwerpunkt unserer zukünftigen Arbeit liegen. Mit dem 12-Punkte-Programm, was uns lieber wäre, oder ohne.

Für ein Recht auf Stadt für Alle!

Wem gehört die Stadt? – Stadtpolitisches Bündnis Mannheim, Mai 2017